Von Dieter Fockenbrock
Wasser – weltweit haben aber schon jetzt 1,5 Milliarden Menschen nicht ausreichend Zugang zu Trinkwasser. Und die Vereinten Nationen rechnen damit, dass sich diese Zahl in wenigen Jahren verdreifachen wird. Auch deshalb sollte das Weltwirtschaftsforum 2008 als Plattform dienen, das Thema Wasser ins Bewusstsein der Wirtschaftsführer zu rücken.
avos tatsächlich auf die Weltagenda gesetzt worden wäre. Aber Agendasetting ist nicht einfach, wenn die potenziellen Protagonisten aus Regionen stammen, in denen das Thema keines ist. Die Rede ist von Wasser. Das gibt es auf dem Planeten genug – doch nur drei Prozent davon sind auch genießbar. Und: Die Industrienationen haben in der Regel genug davon. Weltweit haben aber schon jetzt 1,5 Milliarden Menschen nicht ausreichend Zugang zu Trinkwasser. Und die Vereinten Nationen rechnen damit, dass sich diese Zahl in wenigen Jahren verdreifachen wird.
Peter Brabeck-Lethmathe, Chef des Schweizer Konzerns Nestlé, ist auch beruflich mit dem Wasser eng verbunden. In Flaschen abgefüllt, versteht sich. Trotzdem – vielleicht auch deswegen – sieht der Manager das Thema Wassermangel mit gleicher Dringlichkeit wie den Klimawandel. Doch sein Ruf nach mehr unternehmerischer Verantwortung bleibt ungehört – bislang jedenfalls. Das Uno Water Mandate haben erst 20 CEOs unterschrieben. „Frustrierend“, findet Brabeck-Letmathe.
Auch deshalb sollte das Weltwirtschaftsforum 2008 als Plattform dienen, das Thema Wasser ins Bewusstsein der Wirtschaftsführer zu rücken. Wasser ist weitgehend ein regionales Gut – daran ändert auch das boomende Plastikflaschengeschäft nichts. Und damit beginnt auch schon das Problem: Auf solch lokalen Märkten können kaum Mechanismen zur Preisfindung entstehen. Experten sind sich aber einig. Kein Preis – keine Lösung des drohenden Wasserproblems. Denn nur ein Marktpreis bremst Verschwender und fördert die Entwicklung neuer Technologien.
Doch selbst wenn dieses regionale Handicap überwunden wäre. Wasser ist ein völlig anderes Gut als alle anderen. „Kein Mensch kann ohne Wasser länger als drei Tage überleben. Sauberes Wasser ist deshalb ein Grundrecht“, formulierte es ein amerikanischer Wissenschaftler. Selbst eingefleischte Kapitalisten in Davos mochten da nicht widersprechen. Dass Wasser für den Swimmingpool dagegen einen Preis haben müsste, darin sind sich ebenfalls alle einig.
Folglich gäbe es zwei Preise für ein und dasselbe Gut. Einen – möglichst niedrigen – für Trinkwasser, einen – vermutlich hohen – für alle übrigen Zwecke. Doch als wäre all das noch nicht kompliziert genug, kommt noch ein mittelbarer Effekt hinzu, den der Verbraucher normalerweise gar nicht zur Kenntnis nimmt. Experten in Davos, die mit Statistik zu brillieren wussten, hatten jedenfalls die volle Aufmerksamkeit des Publikums.
Beispiel Nahrungsmittel: 70 Prozent des sauberen Wassers werden in der Landwirtschaft verbraucht. Eine Flasche Coca-Cola beinhaltet direkt zwar ein überschaubares Volumen an Wasser. Zur Herstellung des darin enthaltenen Süßstoffes dagegen wird das Hundertfache benötigt. Auf diese Weise „isst“ ein amerikanischer Verbraucher täglich 6 000 Liter Wasser. Der Nestlé-Chef muss es wissen. Das ist übrigens zufällig das Volumen, das als lebensnotwendig angesehen wird, damit ein Mensch in Afrika einen Monat überleben kann.
Via: www.handelsblatt.com
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1 Kommentare:
Mit Interesse habe ich diesen Bericht gelesen und immer mehr Berichte bestätigen, dass Wasser, vor allem sauberes Trinkwasser immer rarer wird.
Es werden bestimmte Normen, die sauberes Trinkwasser haben muss, immer höher gesetzt, damit es den schönen Richtlinien wieder gerecht wird.
Wer weiß schon genau, was wir da täglich für eine Brühe voll Keimen und Viren trinken.
Aber das muss so sein, sagen andere Leute, nur so kann der Körper Abwehrkräfte entwickeln. Was für ein Blödsinn, ist zumindest meine Meinung.
Sauberes Trinkwasser kann man heutzutage mit Geräten für den Heimgebrauch herstellen, nur benötigt man dazu ja auch wieder Wasser, was an den Mangel an Trinkwasser nichts ändert.
Jetzt verspricht ein amerikanisches Unternehmen mit dem Namen XZIEX, ein patentiertes Produkt auf den weltweiten Markt zu bringen, welches Trinkwasser aus der Luft produziert. Wäre das eine Lösung?
Ich bin skeptisch aber Realist und habe von den Entwicklern bisher jede Frage zufriedenstellend beantwortet bekommen.
Wer Wert auf gesundes Trinkwasser legt, sollte sich näher über das Produkt Trinkwasser aus der Luft informieren. Händler und Skeptiker sind auch willkommen.
MfG
Thomas Thiel
http://xziex.de.tl/
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